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Am Sonntag sollte nun der Startschuß sein für mein großes Event im kommenden Jahr, 100 Kilometer in Bad Neuenahr im Oktober. Ich hatte mir den Rursee-Marathon in der Eifel ausgesucht. Erstens war ich dort noch nie, kannte allerdings die Gegend aus meiner Kindheit, und zweitens war die Gefahr gering, bei einem Landschaftsmarathon zu schnell zu werden, schließlich wollte ich ungefähr im 6er-Schnitt laufen. Je näher ich dem Eventort Einrur kam, desto dunkler wurde es, und dann regnete es plötzlich Hunde.

Glücklicherweise hörte es zehn Minuten vor dem Start auf und die Sonne ließ sich sogar blicken. Mit einer Temperatur von cirka neun Grad sollte es auch recht angenehm sein. Pünktlich um 10.30 Uhr erfolgte der Start. Zunächst ging es ein Stück durch Einrur durch, Zuschauer feuerten die Läufer an. Kurz danach beginnt schnell die Landschaft unser Begleiter zu werden und die Zuschauer entschwanden. Nach knapp einem Kilometer agb es dann den ersten Blick auf den See, der uns fast ständig linksseitig begleiten würde. Die ersten Kilometer waren flach und es ließ sich gut laufen. Nach knapp zwei Kilometern gab es die erste kleine Steigung, der Belag wechselte von Asphalt auf Naturbelag. Ich unterhielt mich eine Weile mit Dietmar Mintgen aus Nickenig, der Strecke teils laufend und teils walkend absolvieren wollte. Eine kleine herbstliche Waldpassage und dann waren wir wieder parallel zum Seeufer unterwegs. Es ging relativ flach weiter, allerdings waren immer wieder einige matschige Stellen zu umkurven und das feuchte Laub verdeckte einige Unebenheiten, es galt also die Konzentration aufrecht zu halten.

Dann gab es nach einer Kurvenpassage bei Kilometer 6 auf einmal ein Stocken und ich hörte Worte wie “Jetzt kommt der Heartbreak Hill“. Der vor unsliegende kleine „Hügel“ erwies sich als erste echte Herausforderung, hoch zur Urft-Staumauer, mit über 10% Steigung eine echte Herausforderung. Es stockte, da einige nur noch gingen, das Feld aber noch zu dicht war, um ohne Probleme vorbei laufen zu können. Nach einer Wende nach links war es jedoch mit dem Laufen vorbei, der Weg war jetzt so schmal, dass alle im Gänsemarsch nach oben gelangten. Der Anstieg hatte sich aber gelohnt, eine tolle Aussicht auf die Staumauer und den See war der Lohn. Nach der Überquerung der Staumauer gab es auch den ersten Verpflegungsstand, es gab Wasser und Tee sowie Äpfel und Bananen.

Es folgte nun ein längeres Gefälle, aber nicht zu steil und daher gut zu laufen, dann ging es parallel des Sees zum Staudamm Paulushof. Hier machten wieder etliche Zuschauer reichlich Stimmung und die Strecken Marathon und 16 Kilometer trennten sich. Wir mussten nach rechts abbiegen, weiter flach um den Rursee. Ein erster Blick nach Rurberg auf der anderen Seite war möglich, da mussten wir später auch noch hin. Bei Kilometer 12 durften wir die nächste Steigung erklimmen, Asphaltuntergrund, nicht zu steil, aber dafür knapp einen Kilometer lang. Es folgten einige Kilometer durch den Wald, dazwischen auch die zweite Verpflegungsstelle. Bis zur Staumauer Schwammenauel ging es die nächsten Kilometer flach weiter. Nach der nächsten, allerdings kurzen Steigung und dem dritten Verpflegungspunkt liefen wir über die Krone der Staumauer.

Damit war der nördlichste Punkt des Marathons erreicht und wir durften uns auf den Rückweg machen. Dieser führte überwiegend entlang des Rursees und war meistens flach gehalten. Bei Kilometer 21 lag ich mit 2:06 Stunden absolut im Soll. Ich wollte es aber nun doch wissen, was noch in mir steckte, und so forcierte ich das Tempo ein wenig. Nach der nächsten kurzen, aber heftigen Steigung erreichten wir die nächste Verpflegungsstelle. Richtig fies wurde es in Woffelsbach, es ging abwechselnd rauf und runter, ein richtiger Rhythmus war nicht laufbar. Hier traf ich unsere Laufkameraden Alex Fries und Horst Waldvogel aus Heimbach-Weis. Weiter ging es entlang einer Landstraße nach Rurberg. Dort überquerten wir die nächste Staumauer am Paulushof.
Und dann kam der absolute Hammer: wir erreichtn Kilometer 37 und dann ging nette 500 steil bergauf. Alle um mich herum waren begeistert und versuchten so gut wie möglich hinaufzukommen. Schnell wurde aus dem Laufen ein zügiges Wandern, und erst ganz oben angekommen konnte man wieder die Fortbewegungsart verändern.

Über eine matschige Wiese rutschte ich dem nächsten Verpfleungsstand entgegen, nahm einen Schluck warmes, salziges Elektrolytgetränk zu mir und machte mich auf die letzten vier Kilometer. Mir ging es immer noch gut, keine Beschwerden, kein Hammermann, kein Einbruch, und das, obwohl ich seit dem Mittelrheinmarathon nur einmal vierundzwanzig Kilometer gelaufen war. Bei Kilometer 40 ging es noch einmal mal gute 200 Meter bergan, das war ist es dann aber auch. Kurz vor Einruhr noch ein paar Bodenunebenheiten, verdeckt durch Laub, zweimal links abbiegen und ich war im Ziel. Meine Uhr zeigte 4:06 Stunden, damit war ich mehr als zufrieden und es ging mir prächtig.

Der Rursee-Marathon ist ein richtig toller Landschaftsmarathon in herrlicher Gegend. Zwar ist die Strecke hin und wieder nicht ganz einfach, macht aber trotzdem viel Spaß. Und für das Startgeld in Höhe von 28 Euro gab es ein langes Funktionsshirt sowie eine Medaille. Der Ausflug in die Eifel lohnt, wenn man nicht immer nur Zeiten nachjagen möchte.

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