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Wir schreiben das Jahr 2009.
Eintragung in das Lauftagebuch.


Wieder einmal befinden wir uns auf dem Weg. Wir, das sind mein Rucksack und ich. Er ist bepackt mit immer dem selben, denn es gilt wieder einmal die Aufgabe Marthon zu bestehen; zählt man den Ultarmarathon im Januar dazu ist es das dritte mal in diesem Jahr.

Der Weg bis zum Start ist weit, rund 280 Kilometer. Tausende Gedanke schleichen durch den Kopf. Musik in den Ohren, manchmal macht sie mich froh und Mutig für den Start, manchmal kommen Zweifel. Mein treuer Freund der Rucksack versorgt mich die Fahrt über mit dem Nötigen. Obst Brötchen, Schokolade und Mineralwasser werden eingefahren. Teilweise gelingt das nur wiederwillig weil ich garkeinen Hunger habe. Ich weis aber, dass nichts zu essen falsch ist.

Irgendwann kommen wir an, in Steinfurt. Ich glaube hier sagen sich Hase und Fuchs gute Nacht wenn es dunkel ist. Als ich mich bei der Startnummernausgabe melde, werde ich angeschaut als käm ich vom Mond. Per Handschlag begrüßt man mich und dank für die Anfahrt und die Teilnahme. Damit wird die Fremdenstatistik in dem Ort ganz neue Dimensionen bekommen.

Eine gute Stunde später mache ich mich zum Start auf. Die Sonnen scheint, blauer Himmel aber nur 10 Grad warm. 39 Brems und Zugläufer stellt der Verein. Etwas macht mich stutzig. Die Brems und Zugläufer beginnen bei einer Zielzeit von 3:00 Stunden und endet bei 4:00 Stunden. Im Startblock stehen nur Halbmarathonies um mich rum. Eigentlich kann man hier keinen Halbmarathon laufen aber es wird ein Duo Marathon angeboten. Der erfreut sich regem Zuspruch. Zu laufen sind zwei Runden beim Marathon über jeweils 21,1 Kilometer. Kurz nach dem Startschuß gehts auch schon los.

Runde eins:
Ich bin im Münsterland, alles flach um nicht zu sagen Platt. Um mich herum wird von einer Steigung geredet. Ich frage wo die denn sei? Hinter Kilometer 6 stehst du vor einer Wand wird mir berichtet. ??? Wand Hier??? Wo soll die denn sein?? Wenn ich mich anstrenge und die Augen zu kneife, kann ich schon den nächsten Tag sehen, so flach ist das. Wo kommst du her fragt mich einer? Koblenz antworte ich. Ach so, dann ist das keine Steigung für dich, eher eine Teerblase. Kurz und knapp die "Wand" war nicht der Rede wert. Danach wieder rein in irgend ein Kaff und wieder raus auf die Landstraße. Wind peitsch mir ins Gesicht, ich schaue in die Ferne die nicht zu enden scheint. Überall sehe ich Läufer. Und da mußt du auch noch überall hin. Durch forciertes Tempo komme ich recht flott wieder zum Ausgangspunkt. Ab durch das Ziel. Hier herrscht schon Bombenstimmung. Bier und sonstige Alkoholika scheinen schon in Strömen zu Fließen. Nicht um Sonst ist der Hauptsponsor eine Brauerei.

Runde 2:
Ich dachte, ich kenne die Strecke aber sie ist anderst auf einmal. Noch weiter ziehen sich die Geraden. Und auf einmal tauchen leichteste Steigungen auf, wo ich schwören könnte, dass die vorhin noch nicht da waren. Kilometer um Kilometer spule ich ab. Jetzt schwant mir die eigentkliche Gefahr bei diesem Marathon. Die Unendlichkeit, man läuft ohne sichtbares Ziel. Alles ist immer gleich nur in der zweiten Runde schwerer. War der "Duft" beim dem Teilstück durch den Bauernhof in der ersten Runde noch frische Landluft in meiner Nase, stinkt diese in der zweiten Runde zum Himmel und lässt meinen Magen sich melden. Auf den letzten Kilometer störe ich mich an allem. Das Pflaster, der Straßenbelag, die Pommesbude kurz vor dem Ziel. Einfach alles ist zu viel. Nach harter Arbeit bin ich im Ziel.

Medaille Finishershirt ein alkoholfreies Bier und ab Richtung meinem Freund dem Rucksack, der jetzt frische Klamotten für mich hat. Vorher kehre ich noch bei der Massage ein. Kaum gewartet werden meine geschundenen Muskel über 15 Minuten massiert. Es ist eine Wohltat und völlig entspannend.

Zu Hause angekommen packe ich meinen Rucksack aus. Teil für Teil nehme ich raus und der Lauf mit all meinen Höhen und Tiefen geht an meinem inneren Auge vorüber.

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